Die Schweinegrippe kommt

Ich bin ja kein Panikmacher, aber zur aktuellen Schweine- bzw. Mexiko-Grippe will ich hier dennoch ein paar Wörtchen sagen.

1. Die Medien. Hier ärgert es mich am Meisten, dass selbst seriöse Medien wie die Tagesschau nur unterschwellig auf Panikmache gehen, und keine konkreten Informationen geben. So kam in der gestrigen Tagesschau nur die Information, wieviele denn gestorben seien, und dass es ja auch jetzt einen Verdachtsfall in Deutschland gäbe. Super. Was nützt mir das jetzt außer akuter Panikmache? Kann man hier nicht mal konkrete Informationen geben, beispielsweise wie sich das Virus konkret äußert, was es besonders schlimm macht? Oder mal allgemeine Hinweise geben, wie dass eine erhöhte Hygiene nie verkehrt ist, oder dass man bei Grippesymptomen doch jetzt auf jeden Fall zum Arzt soll? Nein, sowas geht natürlich nicht. Würde ja Panik verhindern…

2. Die Regierung, zum Ersten. Ich finde, hier hat die Regierung (und nicht nur Deutschland) viel zu langsam gehandelt. Schon beim ersten Toten hätte man bei Flughäfen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen sollen. Ich meine, Millionen und Milliarden werden in Zensur, Überwachung, Vorratsdatenspeicherung und Ähnlichen Firlefanz gesteckt, die keinen echten Zweck haben. Da wird man ja wohl noch eine Temperaturmessung am Flughafen machen können. Aber auch sowas geht halt wieder erst, wenn es erste Fälle im eigenen Land gibt, und es damit potenziell schon zu spät ist. Auch weitere Maßnahmen, wie z.B. der Schnelltest für alle Einreisenden aus betroffenen Regionen, fände ich nicht verkehrt. Ich weiß zwar nicht, was so ein Test kostet, wie schnell er geht, und was das für ein Aufwand ist, aber das sind ja nun Details. Meinungsfreiheit und Privatspähre gibt es sowieso nicht mehr, da kann man sowas – ausnahmsweise mal sinnvolles – auch noch tun.

3. Die Regierung, zum Zweiten. Die Regierung redet sich aus Ihrer Verantwortung, indem behauptet wird, es sei ja genügend Tamiflu vorhanden. Das finde ich besonders fatal. Zum einen haben einige Bundesländer nur für 11% der Bevölkerung eingelagert (diverse Institute sagen wohl 20%, ich finde eigentlich noch mehr wäre nötig), zum Anden ist ja auch nicht erst seit gestern bekannt, dass die Viren eine immer höhere Resistenz gegen Tamiflu aufweisen (SpOn vom 4.4.07 (!)). Was nützt also das eingelagerte, sowieso zu wenig vorhandene Tamiflu? Und warum will man – wieder mal – nur an den Symptomen doktorn, statts einen Ausbruch wirksam zu verhindern?

4. Die WHO. Das fand ich am schlimmsten.

Ein nur kleines Beispiel ist die weltberühmte Basler Schmuckmesse, auf der vor fast genau sechs Jahren nahezu gähnende Leere herrschte. Ursache war die Infektionskrankheit Sars. [...] Es gab Reisebeschränkungen und eben in Basel Auswüchse, die ein normales Arbeiten unmöglich machten. Die Besucherzahlen gingen drastisch zurück, es gab Millionenverluste. Diesmal ist die WHO vorsichtiger. (Quelle)

Ich mein – geht’s noch? Hier werden tausende, zehntausende, ja vielleicht sogar Millionen von Menschenleben vor ein bischen Geld gesetzt? Kann das wirklich sein? Sowas darf gar nicht sein.

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